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Die Tendenz die herkömmliche Tapeserie in Frage zu stellen zeigt sich zunehmend seit Mitte der 60er Jahre. Es lag nahe, bei der traditionellen Fläche anzusetzen und diese durch Aufwerfungen, Durchschneidungen, Transparent- machen und mehrere Betrachtungsperspektiven zu zerstören. Die Loslösung von der Wand als nächster Schritt befreute die Tapisserie nicht nur von ihrem Bildcharakter, sondern führte zu Ergebnissen, die mit den bisherigen kunsthandwerklichen Kriterien nicht mehr zu fassen waren und die Erweiterung des Begriffes notwendig machten. Es entstanden frei hängende oder stehende, den Raum beherrschend textile Gebilde.
Der von den ersten experimentellen Arbeiten ausgehende künstlerische Impuls führte zu einer Phase des Aufbruchs in Richtung einer traditionslos neuen Textilgestaltung. Es zeigte sich ein breites Interesse für Materialstrukturen und Oberflächenwirkungen sowie für artfremde Werkstoffe. Bevorzugt wurden Wolle, Baumwolle, Seide, Bast, synthetische Garne, Rosshaar, Metallfäden, Holz, Eisen, eingeflochtener Filz, Pelz, Federn, Blätter, Metall, Kunststoff, Pappe. Dem materialeigenen Ausdruck, der Entwicklung verschiedenartiger Texturen und ihrer haptischen sinnlichen Wahrnehmung kamen in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle zu. Entsprechend traten die Wirkung der Farbe und besonders malerische Werte anfangs in den Hintergrund. Bei der Verarbeitung kamen ebenfalls bisher unübliche Techniken, etwa Reißen, Schneiden oder Bemalen zur Anwendung. Die freien Techniken, Stoffmontagen oder Stoffmalerei erlaubt den Künstlern Bildideen mit textilen Mitteln umzusetzen, wie es zum Beispiel das Textilobjekt von Klaus Meier-Lürsdorf mit dem Titel "Eintracht der Elemente" repräsentiert Abb.32. "Zeitgenössisches Kunsthandwerk in Schleswig-Holstein, (Verlag Boysen& Co., 1993) Nicht zufällig stehen am Anfang seines Weges
Textilplastiken. Immer wieder suchte er
anhand textiler Gefüge, die sich erst im
Raum entwickeln, plastische Aspekte einzubeziehen
und das Verhältnis seiner Gewebe zur Malerei
bzw. Architektur zu klären. Das Resultat
sind zwar wandbezogene, jedoch in den Raum
greifende, körperhafte und meist mehrteilige
Textilobjekte. Sie sind gekennzeichnet durch
ein Miteinander grafischer, skulpturaler,
malerischer und textiler Elemente, die im
Zusammenwirken auch atmosphärische Wirkungen
sichtbar werden lassen.
Dr. E.Fuchs-Belhamri,
Wenzel-Hablik-Museum, Itzehoe
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