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.....Ganz
anders stellen sich die freien textilen
Objekte von Klaus Meier-Lürsdorf dar. Schon
ihre Titel verraten, dass sich angesichts
der komplexen Gebilde aus verschiedensten
Materialien, neben Stoffen unterschiedlichster
Art, Papier, Bast, Draht, Federn oder sogar
Borsten von Stachelschweinen einen ganzen
Kosmos an Seherlebnissen eröffnet, der dem
Spiel der Fantasie keine Grenzen setzt.
Der Titel "23 Banditen, reichlich blau"
eröffnet z.B. diverse Möglichkeiten, die
Objekte als die Bestandteile einer Geschichte
auszudeuten. Verblüffend ist in den ganz
unerwarteten Kombinationen die Wirkung der
verwendeten Materialen, die er weniger verfremdet,
als dass er sie in einen neuen Sinnzusammenhang
stellt. Oftmals ist der Ursprung
der atmosphärisch reichen Objekte ein sehr
individueller. Eigene und besondere Ereignisse
bilden den Ausgangspunkt der Arbeiten, die
sich aber im Laufe des Entstehens so sehr
verselbstständigen - bewusst so vieldeutig
angelegt sind -, dass jedem Betrachter eine
ebenso individuelle Deutung offen steht.
Auf den dauernden Erhalt, den Ewigkeitswert
der Werke kommt es dabei dem Künstler weniger
an. Wichtig ist ihm, dass sich das Spontane
und Spielerische, das den Ausgangspunkt
der Gestaltung bildet, auf die Vorstellungskraft
des Betrachters überträgt. Darüber hinaus
könnte man seine Arbeiten zudem zur Raumkunst
erklären, weil sie sich immer in die dritte
Dimension erstrecken. Der Künstler selbst
definiert Textilkunst als den Bereich der
angewandten Kunst, der seit alters her eine
Verbindung von Wand und Raum schafft und
damit den Raum spannungsreich konfrontiert.
Welche Vielfalt der gestalterischen Möglichkeiten
sich mit dieser Bestimmung eröffnen, demonstrieren
die ausgestellten Arbeiten sehr lebendig.
Dr.
Uta Kuhl, Landesmuseum Schloss Gottorf,
Schleswig
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